Werbung und Computergläubigkeit: die Daumennagelskizze besteht fort

Die erste, ganz grobe, Entwurfsphase ist häufig die sogenannte Daumennagelskizze oder »Thumbnail-Sketch«. Wie der Name schon sagt, wird diese Form des Entwurfs normalerweise weitaus kleiner als das Endformat angelegt.

Böse Zungen verhöhnen es zwar als ›Höhlenmalerei des 20. Jahrhunderts‹, aber hinter dieser Vorgehensweise steckt auch ein kleiner psychologischer Trick: Wenn man sich erst mal nur ein kleines Feld aufzeichnet, das man mit seiner Gestaltung ausfüllen muß, dann vermeidet man den gefürchteten Horror vacui – die Angst vor dem leeren Raum. Man starrt dann nicht auf ein großes, weißes Blatt, das den Eindruck einer kaum zu bewältigenden Aufgabe macht.

Damit sind wir auch schon bei der Frage, welchen Aufwand wir in der Layoutphase treiben wollen. Davon hängt nämlich auch ab, welche Form des graphischen Entwurfs man wählt.

Heiner Wehn ruft zur Vorsicht auf bei allzu großer Computergläubigkeit: auch die Aufteilung der Arbeit spielt dabei eine Rolle, denn häufig kommt es vor, daß einer die Ideen entwickelt und in groben Vorskizzen festhält, während sich ein anderer dann an die Arbeit der Mediengestaltung macht.

Mehr lesen Sie im Buch von Heiner Wehn »Rüstzeug – Über Werbung, Text und Kreativität«, siehe auch unter http://www.edition-infopress.de (Bilder bei heiner.wehn@facebook.com).

[Dritter Band, Auszug]

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